Ökologisch bauen ist voll im Trend: Darauf sollten Sie beim Bau mit Naturbaustoffen achten

Ein Naturbaustoff ist ein Stoff oder Material, der zugleich ein Bau- und ein Naturprodukt ist. Der Bau mit Naturbaustoffen ist ein bereits seit längerem anhaltender Trend. Nicht nur Holz und Lehm, auch andere Materialien sind dafür geeignet. Was Naturbaustoffe sind, worin die Vorteile beim Bau damit liegen und auf was Sie beim Bau mit Naturbaustoffen achten sollten.
Ökologisches Bauen
Ein Naturbaustoff ist gemäß Definition ein natürlich vorkommender Stoff, der, um zum Baustoff zu werden, lediglich mechanisch, manuell, durch Auflösen in Wasser, durch Gravitation, Destillation oder Erhitzung mit Wasserentzug behandelt wurde. Das schließt chemische Reaktionen nicht aus – abbindender Gips oder gebrannter Lehm, ja auch viele Rigips-Platten, sind demnach ebenso Naturbaustoffe wie Hanf, Stroh, Flachs, Schafwolle oder Stein (Quelle).

Das Bauen mit Naturbaustoffen

Wer sich zu einem Bau mit Naturbaustoffen entscheidet, macht das bereits sehr früh, noch vor der Planungsphase, am besten sogar noch vor oder gleich zu Beginn der Konzeptionierung. Der Grund ist, dass der Baustoff des Hauses die spätere Konstruktion einschränkt. Glücklicherweise ist diese Einschränkung bei Naturbaustoffen sehr klein: Da sowohl Holz als auch Gips und Stein dazuzählen, sind sowohl Fertighäuser aus Holz bzw. in Holzrahmenbauweise als auch Massivhäuser als Naturhäuser, also komplett aus Naturbaustoffen gebaut, realisierbar.

Das heißt aber auch, dass alleine die Entscheidung für oder gegen Naturbaustoffe nicht ausreicht, um sich auf den Baustoff konkret festzulegen. Vor der Planungsphase, spätestens aber vor der Konstruktionsphase muss sicher sein, aus was das Haus gebaut wird. Das Gute ist, dass Sie sich nun die besten Vorteile heraussuchen können: Sie achten hauptsächlich auf den Preis? Dann ist ein Fertighaus aus dem Katalog in Holzrahmenbauweise das richtige. Sie bevorzugen doch lieber die Massivhausvariante? Natur-Mauersteine wie Tonziegel sind dann Mittel der Wahl. Natürlich gibt es noch mehr Möglichkeiten. Sandstein beispielsweise. Doch solche Extravaganzen sind entsprechend teuer.

Naturbaustoffe bei Isolation kostentechnisch im Nachteil

Es gibt eine Kategorie, bei denen Naturbaustoffe bezüglich der Kosten – auch im späteren Unterhalt – den Kürzeren ziehen: Die Isolierung. Schafwolle, Papier oder Stroh sind im Vergleich zu Glaswolle, Styropor, Styrodur oder anderen künstlichen Lösungen einfach teurer und in der Regel auch nicht so effektiv, was die Wärmedämmung betrifft. Entsprechend muss mehr Material her, um letzteres auszugleichen.

Die Vorteile für Sie durch Naturbaustoffe

Grundsätzlich aber hat das Bauen mit Naturbaustoffen Vorteile. Für die meisten zählt das Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein am meisten. Das Raumklima, stark ausschlaggebend für den „Wohlfühlfaktor“, ist bei Naturbaustoffen wie beispielsweise Lehmputz auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Mit einem Haus aus Naturbaustoffen holen Sie sich weder potentiell gefährliche Chemikalien ins Haus noch belasten Sie damit die Umwelt. Um letzteres auch tatsächlich zu verhindern, müssen Sie sicherstellen, dass die Baustoffe aus entsprechend ökologischen Quellen stammen und auf entsprechende Verifizierungen der Anbieter achten.

Einen Kostenvorteil haben Sie durch das Bauen mit Naturbaustoffen jedoch grundsätzlich nicht – genauswenig jedoch einen Nachteil. Ein Haus in Holzrahmenbauweise mit Rigipsplatten wäre ein passendes Beispiel für eine günstige Konstruktion. Auch später beim Unterhalt des Hauses können Sie auf Naturstoffe setzen – beispielsweise beim Heizen mit Holzpellets.


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewertung: 5,00 (6 Stimmen)