Ein Carport bietet einen optimalen Schutz für das eigene Fahrzeug und schützt es dabei vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee, Hagel oder auch vor der mittlerweile sehr intensiven Sonneneinstrahlung. Dabei hat ein Carport einen entscheidenden Vorteil gegenüber einer Garage, da hier die Luft ständig zirkulieren kann. Damit die Konstruktion aber auch über Jahrzehnte hinweg stabil und tragfähig bleibt und auch weiterhin optisch ansprechend ist, spielt die Wahl des richtigen Baumaterials eine große Rolle. Da Holz mit Abstand der beliebteste Baustoff für Carports ist, stellt sich hier unweigerlich die Frage, welche Holzart die beste ist und sich spezifisch an die Anforderungen im Außenbereich anpassen kann. Natürlich hat jede Holzart ihre individuellen Eigenschaften, was Haltbarkeit, Belastbarkeit oder auch Pflegeaufwand und Kosten betrifft. Diese müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, damit es am Ende der perfekte Carport ist.
Beim Bau von Carports ist das verwendete Holz permanent den Kräften der Natur ausgesetzt und muss nicht nur das Eigengewicht tragen, sondern auch Schnee im Winter. Darüber hinaus machen extreme Temperaturschwankungen und wechselnde Feuchtigkeit dem Holz das Leben schwer. Daher kommen für die tragenden Pfosten, Pfetten und Sparren in der Regel nur Hölzer infrage, die zum einen eine sehr hohe Stabilität aufweisen und zum anderen auch widerstandsfähig gegen Pilze und Insekten sind.
Dabei unterscheidet man grundlegend zwischen weicheren Nadelhölzern und extrem robusten Harthölzern. Des Weiteren entscheidet auch die Verarbeitungsform des Holzes darüber, wie stabil es ist. Während einfaches Bauholz zur Rissbildung und zum Verzug neigt, bietet technisch getrocknetes Konstruktionsvollholz (KVH) oder Brettschichtholz (Leimholz) eine wesentlich höhere Formstabilität und Tragfähigkeit.
Das wohl am häufigsten verwendete Bauholz im konstruktiven Bereich ist die Fichte. Fichtenholz ist leicht, lässt sich außerordentlich gut verarbeiten und hat außerdem eine sehr hohe Elastizität wie auch eine hohe Tragfähigkeit. Zudem ist das Holz der Fichte in großen Mengen verfügbar, was das Bauprojekt im Außenbereich auch preiswert macht. Fichtenholz hat jedoch auch einen großen Nachteil. Die Lebensdauer ist deutlich geringer, da es Feuchtigkeit und Schädlingen langfristig kaum standhalten kann. Ohne einen umfassenden, tiefenwirksamen chemischen Holzschutz im Kesseldruckverfahren oder eben das regelmäßige Lasieren, verwittert das Holz der Fichte im Außenbereich äußerst schnell und verliert darüber hinaus auch rasch seine statischen Eigenschaften.
Deutlich widerstandsfähiger ist das Holz der Kiefer. Kiefernholz verfügt über einen signifikant höheren Harzanteil, der somit als natürlicher Schutz dient. Insbesondere dann, wenn Kiefernholz im Kesseldruckverfahren behandelt wurde oder regelmäßig gestrichen wird, ist es für den Außenbereich hervorragend geeignet. Zudem ist es ebenfalls kostengünstig und kann leicht bearbeitet werden. Wo Vorteile sind, gibt es aber auch Nachteile. Beim Holz der Kiefer tritt bei sehr hohen Temperaturen Harz aus dem Holz, was die Oberfläche zum einen klebrig macht und zum anderen auch Flecken hinterlässt. Ist es unbehandelt, neigt es bei Feuchtigkeit schnell zur Bläuebildung, einem optischen Pilzbefall, der das Erscheinungsbild stark beeinträchtigt, aber nicht die Stabilität beeinflusst.
In den letzten Jahren hat sich die Douglasie zu einem der beliebtesten Hölzer für den Außenbereich entwickelt. Sie zeichnet sich vor allem durch eine schöne rötliche Färbung aus, punktet aber auch durch ihre Langlebigkeit. Aufgrund der hohen Festigkeit ist sie daher ideal für tragende Konstruktionen geeignet und ist für einen Carport eine hervorragende Wahl. Douglasienholz ist von Natur aus deutlich resistenter gegen Pilze und Insekten, wenn man es mit Fichte oder Kiefer vergleicht, weshalb kein schwerer chemischer Holzschutz nötig ist. Ein Nachteil ist jedoch, dass das Holz der Douglasie schnell eine silbergraue Patina ansetzt, wenn es nicht mit einem UV-Schutz behandelt wird. Darüber hinaus neigt es bei unsachgemäßer Trocknung schnell zu feinen Oberflächenrissen. Doch auch der Kontakt mit Eisenmetall kann dazu führen, weshalb zwingend Edelstahlschrauben verwendet werden sollten.
Dann gibt es noch die Europäische und die Sibirische Lärche. Durch das besonders langsame Wachstum ist die Dichte sehr hoch. Doch auch der Harzanteil ist bei der Lärche extrem hoch, was dem Holz im Außenbereich eine äußerst hohe Widerstandsfähigkeit verleiht. Nachteil bei Lärchenholz ist, dass es durch die innere Spannung zum Drehen und Verziehen neigt, weshalb eine Verarbeitung fachgerecht erfolgen muss. Wie bei Douglasie auch sollten hier spezielle Edelstahlschrauben wegen der enthaltenen Gerbsäure, genutzt werden.
Wer auf maximale Haltbarkeit und eine wirklich außergewöhnliche Optik setzt, sollte auf Harthölzer wie Eiche oder auch auf tropische Hölzer zurückgreifen. Dabei gilt die einheimische Eiche als das Symbol der Beständigkeit, weil das Holz extrem hart, schwer und resistent gegen Schädlinge und Verrottung ist. Ein Carport aus Eiche übersteht Generationen und benötigt kaum Pflege. Nachteil ist, dass Eichenholz sehr teuer ist und in den ersten Jahren durch den hohen Anteil an Gerbsäure ausblutet. Dies kann dann auch noch zu äußerst unschönen Flecken auf den Pflastersteinen führen. Darüber hinaus ist es schwer zu bearbeiten, was dann die Montagekosten deutlich nach oben treibt.
Tropische Hölzer wie Bangkirai oder Bilinga punkten ebenfalls mit einer extremen Dichte und einer hohen Resistenzklasse. Sie verziehen sich kaum, sind so gut wie immun gegen Pilzbefall und ideal für den Außenbereich. Allerdings stehen diese Hölzer aufgrund ökologischer Aspekte stark in der Kritik. Des Weiteren sind die Materialkosten sehr hoch und auch die Bearbeitung muss fachgerecht und mit einem Spezialwerkzeug durchgeführt werden, was ebenfalls die Kosten nach oben treibt.
Fazit
Die Wahl des Holzes für einen Carport hängt von einigen Faktoren wie Budget, Pflegebereitschaft und Optik ab. Für preisbewusste Bauvorhaben, bei denen auch der Pflegeaufwand keine große Rolle spielt, sind kesseldruckimprägnierte Kiefer oder Fichte ideal. Wer eine natürliche Optik sucht, ohne eine chemische Behandlung vorzunehmen, hat mit der Douglasie eine gute Wahl getroffen. Für höchste Ansprüche hingegen sind Lärche oder Eiche wie auch tropische Hölzer die beste Wahl.

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